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REGION: INTERNATIONAL
Interview: Umweltmanagement nach ISO 14001 zertifiziert

Umweltmanagement nach internationalem Standard professionalisiert

Im Interview geben die Verantwortlichen bei CHG-MERIDIAN Auskunft über die ehrgeizigen Ziele des neuen Umweltmanagements nach ISO 14001.

Mit der neuen ISO 14001-Zertifizierung aller Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) ist auf einen Blick erkennbar, dass CHG-MERIDIAN Umweltschutz ernst nimmt und systematisch betreibt. Was sich dadurch ändert, darüber geben uns die Verantwortlichen Csaba Kallai, Head of Logistics & Production, und Alfred Korbmacher, Consultant im Technologiezentrum Groß-Gerau, im Interview Auskunft.

CHG-MERIDIAN IST SEIT ENDE 2021 ERFOLGREICH NACH ISO 14001 ZERTIFIZIERT – HAT MAN DENN DAS UMWELTMANAGEMENT KOMPLETT NEU AUFGEBAUT?

Csaba Kallai: Nein, wir bauen auf bestehende Prozesse und Zertifizierungen auf. Aber mit dieser Umweltzertifizierung haben wir bei CHG-MERIDIAN im ganzen deutschsprachigen Raum ein professionelles Umweltmanagementsystem etabliert. Das geht Hand in Hand mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie und gibt uns einen ganz konkreten Rahmen, anhand von Zielen und Kennzahlen in dem Feld immer besser zu werden.

WELCHE VORTEILE HAT EINE SOLCHE ZERTIFIZIERUNG DES UMWELTMANAGEMENTS NACH ISO-NORM?

CK: ISO 14001 ist am Markt mittlerweile Standard, um das Umweltengagement von Firmen zu vergleichen. Damit ist es für unsere Stakeholder wichtig und bei Ausschreibungen zunehmend ein Vergabekriterium. Es zahlt damit schließlich auf unsere Nachhaltigkeitsratings ein. Bisher haben wir Kund:innen explizit darstellen müssen, welche Maßnahmen wir beispielsweise für Ressourcenschonung getroffen haben. Jetzt ist es belegt und klar sichtbar.

Alfred Korbmacher: Die ISO-Zertifizierung ist für uns ein systematisches Hilfsmittel. Wir integrieren sie in alle Prozesse, von der Produktion bis in den Vertrieb, im ganzen Unternehmen. 

„Die ISO 14001-Zertifizierung geht Hand in Hand mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie,“ sagt Csaba Kallai (rechts). Für seinen Kollegen Alfred Korbmacher (links) kommt es nun vor allem darauf an, die neuen Leitlinien zu verankern.

WIESO BRAUCHT ES JETZT EIN SOLCHES ENGAGEMENT?

AK: Es geht ganz grundsätzlich um unsere unternehmerische Fürsorgepflicht und darum, Nachhaltigkeit bei CHG-MERIDIAN noch stärker voranzutreiben. Zudem nimmt die politische Diskussion Fahrt auf und die gesetzlichen Vorgaben steigen, die Unternehmen zur mehr Nachhaltigkeit verpflichten. Leider sind große Teile der Wirtschaft hier aus Kostengründen noch zu passiv, sodass die Politik die Daumenschrauben weiter anziehen wird. Wer nicht handelt, wird also von gesetzlichen Nachhaltigkeitsvorgaben eingeholt werden und im Zweifel nicht vorbereitet sein. Es ist für CHG-MERIDIAN daher von Vorteil, proaktiv zu agieren.  

WELCHE ZIELE HABEN SIE SICH IM ZUGE DER ZERTIFIZIERUNG GESETZT?

CK: Wir haben mehrere Ziele definiert: Unsere „Corporate Emissions", also unsere Treibhausgasemissionen, bis 2025 im Vergleich zum Basisjahr 2020 pro Mitarbeiter:in um 25 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig möchten wir den Anteil der Geräte, die wir von Kund:innen zurückbekommen und wiederaufbereiten, auf dem aktuellen hohen Niveau von 96 Prozent zu halten. Darüber hinaus werden wir Abfälle im Produktionsprozess als auch in der Verwaltung weiter reduzieren und Wertstoffe verstärkt wiederverwenden. Bis 2024 wollen wir außerdem 20 Prozent weniger Kunststoffverpackungen einsetzen und diesen Anteil durch natürliche, biologisch abbaubare Materialien ersetzen.

AK: Dabei steht für uns die Klimaneutralität ganz oben, also wo können wir CO2-Emissionen weitestgehend vermeiden? Wir wollen einen echten Beitrag leisten und zielen darauf ab, unsere „Corporate Emissions“ kontinuierlich zu reduzieren und immer weniger zu kompensieren. 

WIE GEHEN SIE DIE UMSETZUNG AN?

AK: Jetzt kommt es darauf an, die entsprechenden neuen Leitlinien zu verankern. Das läuft über Schulungen, über die Einbindung der Mitarbeiter:innen und Überprüfung in regelmäßigen Abständen. Wir wägen an allen Fronten ab, was zur Zielerreichung beitragen kann und wirtschaftlich darstellbar ist. Man muss sich zum Beispiel auch im Einzelfall fragen, ob Wiederaufbereitung sinnvoll ist oder zu viel Strom kostet. Auch das ist eine Frage von Impact.  

WAS WAR DIE GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG BEI DER IMPLEMENTIERUNG DER ISO 14001?

CK: Der Zeitfaktor war natürlich herausfordernd. Wir sind aber gut aufgestellt und profitieren davon, dass wir schon einige Zertifizierungen durchlaufen haben. Wir haben vor knapp drei Jahren angefangen mit der ISO 9001 [Qualitätsmanagementsystem], das hat uns eine Basiserfahrung gegeben. Alle Zertifizierungen folgen der standardisierten Grundstruktur der ISO-Managementsystemnormen, der sogenannten „High Level Structure“. Es ging also nicht darum, ein  Managementsystem neu aufzubauen, sondern es anzupassen.

AK: Die ISO 14001 haben wir zusammen mit der Zertifizierung  für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (SGA) nach ISO 45001 in unserem Technologiezentrum in Groß-Gerau gemacht. Das passt in vielen Punkten gut zusammen. Darüber hinaus standen 2021 drei Re-Zertifizierungen an, für die ISO 27001, die ISO 9001 und die BSI-Grundschutz-Konformität.

CK: Wobei davon die ISO 14001 im letzten Jahr die größte Herausforderung war. Wir haben die Implementierung trotzdem in einem sehr kurzen Zeitraum umgesetzt – und das nicht nur für all unsere Standorte in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz. 

AK: Gleichzeitig haben wir hohe Ansprüche an uns. Auch die Prüfer haben uns bestätigt, dass wir uns ehrgeizige Ziele gesetzt und in sehr kurzer Zeit ein respektables Managementsystem auf die Beine gestellt haben.  

„Die ISO 14001 war von fünf Zertifizierungen im Jahr 2021 die größte Herausforderung. Wir haben die Implementierung trotzdem in einem sehr kurzen Zeitraum umgesetzt – und das nicht nur für all unsere Standorte in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz.“
Csaba Kallai, Head of Logistics & Production

WAS KOMMT ALS NÄCHSTES, DIE WELTWEITE ZERTIFIZIERUNG?

CK: Diese Frage hängt mit unseren Stakeholdern zusammen und was für sie relevant ist. Die ISO 14001 ist in der DACH-Region sehr wichtig, in den USA ist sie weniger entscheidend. Der nächste Schritt ist aber definitiv, unser Umweltmanagement auf globaler Ebene weiter zu stärken und im ganzen Unternehmen voranzutreiben. 

Vielen Dank für das Gespräch.  

 

Kurzinfo: ISO 14001

Die ISO 14001 ist ein weltweit akzeptierter und angewendeter Standard für betriebliche Umweltmanagementsysteme. Als Teil einer anerkannten Normenfamilie definiert die ISO 14001 Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem. Für die Zertifizierung muss ein Unternehmen eine betriebliche Umweltpolitik festlegen, Umweltziele setzen und ein Umweltprogramm vorweisen. Zentral ist der Aufbau eines Managementsystems, das der Erreichung der Ziele dient und für kontinuierliche Verbesserung sorgt. Damit wird gesichert, dass ein Unternehmen seine Umweltauswirkungen reduziert und seine Umweltleistung stetig verbessert. 

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