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REGION: INTERNATIONAL

02.10.2021 | Weingarten

„digitalheroes@Klassenzimmer“: Bildungsinitiative zeichnet vier digitale Schulprojekte aus

• Erster Preis geht an die Ehrhart-Schott-Schule in Schwetzingen
• Weitere Preisträger kommen aus Stuttgart, Freiburg und Reutlingen
• Von der Mossakowski Stiftung initiierte Bildungsinitiative wurde von CHG-MERIDIAN unterstützt und vom Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg (ZSL) beraten


Mit der Bildungsinitiative „digitalheroes@Klassenzimmer“ wollen die Mossakowski Stiftung in Ravensburg und CHG-MERIDIAN in Weingarten Lehrkräfte an baden-württembergischen Schulen finden, die bereits erfolgreich digitale Medien in ihren Unterricht einbinden. Lehrerinnen und Lehrer und ganze Kollegien waren aufgerufen, den Einsatz ihrer digitalen Lehrmittel und ihre neuen Unterrichtsformen vorzustellen. Aus den vielen Einreichungen aus allen Landesteilen hat eine Fachjury nun vier Preisträger ausgewählt. Sie teilen sich die Preissumme von 12.000 Euro. Die Preisverleihung fand heute auf dem virtuellen Digitalkongress 2021 des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) statt.

Den ersten Platz belegt das Team um Dr. Yvonne Tröster von der Ehrhart-Schott-Schule in Schwetzingen. Teams aus Lehrkräften und Schüler:innen der beruflichen Schule haben mit „futureclassroom“ eine komplett neue Unterrichtsform entwickelt, bei der in sogenannten Lernräumen gezielt digitale Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Im Gegensatz zum lehrerzentrierten Frontalunterricht können die Schülerinnen und Schüler sich das Wissen selbst aneignen, sich untereinander und mit den Lehrkräften austauschen und ihr erworbenes Können z. B. in Form eines Erklärvideos, eines Blogbeitrags oder Podcasts präsentieren und weitergeben. Die Ehrhart-Schott-Schule erhält dafür den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis.

Den zweiten Platz belegt die Maria-Montessori-Grundschule in Stuttgart-Hausen. Die Schülerinnen und Schüler der 1. und der 2. Klasse sollen durch den Einsatz von digitalen Endgeräten sich und ihre Fähigkeiten ausprobieren und erweitern. Dafür erarbeiten und wiederholen sie Inhalte in ihrem individuellen Lerntempo. Durch den Einsatz digitaler Angebote werden gezielte Förderangebote erstellt oder abgerufen.

Die Max-Weber-Schule Kaufmännische Schule II in Freiburg und das Friedrich-List-Gymnasium in Reutlingen teilen sich den dritten Platz. Die Max-Weber-Schule hat Lernportfolios digital auf dem Lernmanagementsystem „Moodle“ abgebildet, damit die Schüler:innen selbstorganisiert lernen können – gemeinsam und unabhängig vom Standort und vom gewählten Zeitpunkt. Das Friedrich-List-Gymnasium hat iPad-Klassen und Lehrerteams eingeführt mit dem Ziel, die Zusammenarbeit in Lerngemeinschaften zu fördern. Über ein schulinternes Digitalisierungsnetzwerk erfolgen der Austausch unter den Lehrkräften sowie hausinterne Kurzfortbildungen.

Stimmen von Juroren und Initiatoren

„Wir sind wirklich begeistert zu sehen, welche zukunftsweisenden Konzepte an baden-württembergischen Schulen bereits umgesetzt sind. Beindruckt sind wir auch, dass die Beispiele für digitalen Unterricht aus ganz unterschiedlichen Schularten kommen – von der Grundschule über Sonderschulen bis zu Berufsschulen. Das macht Mut! Diese Best Practices wollen wir veröffentlichen, damit Lehrerinnen und Lehrer anderer Schulen, auch über Baden-Württemberg hinaus, im besten Sinne ‚spicken‘ können“, so Florian Karsten, Professor am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasium) in Stuttgart und Jurymitglied.

Florian Karsten, Professor am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Stuttgart
Dr. Simon Hassemer, Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung

„Wir haben gesehen, wie unterschiedlich digitale Medien und Werkzeuge in den Schulen zum Einsatz kommen, um den Unterricht kreativer und anregender zu gestalten - bis hin zu einem fast völlig neuen Denken von Schule und Lernen. Genau dies ist auch mein Ansatz im Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung. Das ZSL hat die Ausrichter der Bildungsinitiative sehr gerne beraten und den Wettbewerb begleitet, um eine qualitativ hochwertige Entwicklung von Digitalität in den Schulen zu unterstützen“, sagt Dr. Simon Maria Hassemer vom Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg (ZSL), der ebenfalls Mitglied der fünfköpfigen Jury ist.

„Wie wichtig es ist, digitale Unterrichtskonzepte zu entwickeln, wurde in den vergangenen Monaten der Schulschließungen überdeutlich. Aber auch unabhängig von dieser Sondersituation muss die Schule digitale Kompetenzen auf zeitgemäße Art und Weise vermitteln. Das erfordert Neugier und Innovationsfreudigkeit auf Seiten der Lehrerinnen und Lehrer. Ich hoffe, dass wir mit unserer Bildungsinitiative ‚digitalheroes@Klassenzimmer‘ hierfür Impulse geben konnten“, betont Jürgen Mossakowski, Vorstandsvorsitzender der gleichnamigen Stiftung.

Jürgen Mossakowski, Vorstandsvorsitzender der Mossakowski Stiftung
Dr. Mathias Wagner, CEO von CHG-MERIDIAN

„Wir unterstützen die Bildungsinitiative sehr gerne, denn als Technologieunternehmen wissen wir, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche schon früh mit der Informationstechnik vertraut zu machen und sie an neue, zeitgemäße Lernformen heranzuführen. Es ist interessant zu sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit an manchen Schulen der Unterricht bereits mit digitalen Werkzeugen gestaltet wird. Gleichzeitig hängt Vieles noch vom Engagement einzelner Lehrer:innen ab; sie wollen wir als Vorbilder für ihre Kolleg:innen fördern“, erläutert Dr. Mathias Wagner, CEO von CHG-MERIDIAN.

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Matthias Steybe

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