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REGION: INTERNATIONAL

23.06.2021 | Gross-Gerau

Nutzen statt Besitzen: Wer auf nachhaltige IT setzt, spart wertvolle Ressourcen

• Ganzheitliches IT-Management eröffnet deutliche Einsparpotenziale bei Ressourcen
• Modell der Kreislaufwirtschaft bietet entscheidende Wettbewerbsvorteile
• Technologiezentrum von CHG-MERIDIAN macht jährlich fast eine Million IT-Geräte für die Zweitnutzung fit

Wollen Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie zukünftig auf ganzheitliche IT-Strategien setzen – zu diesem Ergebnis kamen die Expert:innen beim Pressegespräch des digitalen #CHGsummit2021 am 23. Juni. Dr. Adriana Neligan, Senior Economist für Green Economy und Ressourcen am Institut der deutschen Wirtschaft, und Matthias Steybe, Group Sustainability Officer beim internationalen Technologiemanager CHG-MERIDIAN, diskutierten die Frage, wie sich die fortschreitende Digitalisierung nachhaltiger gestalten lässt.

#CHGsummit2021

Dass hier großer Handlungsbedarf besteht, darin waren sich beide einig. „Wir müssen zugunsten des Umwelt- und Klimaschutzes maßvoll mit Rohstoffen umgehen. Dazu ist es zwingend, dass wir unsere bisherigen Produktions- und Konsummuster verändern – weg von der linearen Wegwerfkultur hin zu einer zirkulären Wirtschaft, die weniger Ressourcen verbraucht, diese mehrfach verwendet oder durch klimafreundlichere Alternativen ersetzt“, so Dr. Neligan.

Eine zentrale Rolle spielt dieser Aspekt in der Planung und Umsetzung von IT-Technologieprojekten und -Infrastrukturen. Denn die fortschreitende Digitalisierung – als ein Muss für jedes zukunftsorientierte Unternehmen – erfordert einen hohen Einsatz von IT-Hardware. Aufgrund immer kürzerer Innovationszyklen wird sie jedoch oft nur deutlich kürzer eingesetzt, als es möglich wäre.

„Wir reden hier durchschnittlich von zwei bis drei Jahren, obwohl das nur ein Bruchteil der möglichen Nutzungsdauer der Geräte ist“, sagt Matthias Steybe. „Dazu kommt: Von den ausgemusterten IT-Geräten werden weltweit derzeit weniger als 20 Prozent für eine Zweitnutzung aufbereitet.“ Dadurch wächst der Berg an Elektroschrott rasant – laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) um 50 Millionen Tonnen allein im Jahr 2018. Tendenz steigend.

„Dieser Anteil lässt sich deutlich verringern, wird die Hardware einem zweiten Nutzungszyklus zugeführt“, so Steybe weiter. Wie das in großem Maßstab für Unternehmen bereits heute in der Praxis funktioniert, zeigt das Technologiezentrum von CHG-MERIDIAN in Groß-Gerau. Fast eine Million Geräte sind dort allein im Jahr 2020 im Sinne der Kreislaufwirtschaft wieder aufbereitet worden. 96 Prozent starteten auf diese Weise ihren zweiten Lebenszyklus, lediglich vier Prozent der Geräte müssen am Ende der Nutzungsphase recycelt werden.

„Immer mehr unserer Kund:innen verfolgen ambitionierte Umweltziele und definieren strenge Standards, auch für Zulieferbetriebe. Nachhaltigkeit wird damit immer mehr zu einem Wettbewerbsfaktor, für den sich Unternehmen ihre ‚license to operate’ verdienen müssen; also einen Nachweis erbringen, dass sie langfristig und auf allen Ebenen nachhaltig wirtschaften. Hier müssen wir uns selbst beweisen – und können gleichzeitig unsere Kund:innen unterstützen, ihre eigenen Umweltziele zu erreichen“, sagt Matthias Steybe.

Adriana Neligan

Dr. Adriana Neligan, Senior Economist für Green Economy und Ressourcen am Institut der deutschen Wirtschaft, ist überzeugt, dass Digitalisierung den Unternehmen große Einsparpotenziale beim Ressourcenverbrauch eröffnet.

Einsparpotenziale bei Ressourcen keineswegs erschöpft

Ein weiterer wesentlicher Vorteil ganzheitlicher IT-Strategien: Nutzen Unternehmen digitale Prozess- und Produktionsdaten intelligent, können sie wertvolle Rohstoffe einsparen und effizienter produzieren. „Jedes zweite Unternehmen geht davon aus, dass es bei optimaler Nutzung der technischen Möglichkeiten weitere Potenziale freisetzen könnte. In der Industrie ließe sich laut den befragten Unternehmen der aktuelle Ressourceneinsatz um acht Prozent reduzieren. Das entspricht etwa zehn Milliarden Euro bzw. einem Prozent der industriellen Wertschöpfung“, sagt Dr. Neligan, die eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu dem Thema herausgegeben hat.

Die zunehmende digitale Vernetzung in komplexen industriellen Produktions- und Prozessabläufen eröffne immer neue Potenziale für mehr Nachhaltigkeit. „Allerdings stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, dass noch digitale Komplettlösungen bzw. die Finanzkraft dafür fehlen oder auch bestehende Anlagen nur schwer nachgerüstet werden können. Auch mangelt es häufig an spezifizierten Softwarelösungen oder der Anpassungsbedarf für eingekaufte Software ist zu hoch. Zudem ist vielen Unternehmen das Kosten-Nutzen-Verhältnis noch unklar und es mangelt an Normen und Standards“, so die Expertin.

CHG-MERIDIAN sieht hier mit seinem Lifecycle-Management entlang der gesamten Nutzungsphase einen entscheidenden Hebel: Zusammen mit ihren Kund:innen setzt die banken- und herstellerunabhängige Unternehmensgruppe auf das Prinzip des 'Nutzens statt Besitzens'. „Diese Herangehensweise ist seit mehr als 40 Jahren Teil unserer DNA“, sagt Matthias Steybe. „Mit zahlreichen Vorteilen, denn dank unserer Nutzungsmodelle sind die IT-Geräte unserer Kund:innen immer up to date, unsere Kund:innen werden maximal entlastet, sind flexibel, sparen Kosten und gestalten ihre IT im Sinne der Kreislaufwirtschaft nachhaltig.“

Matthias Steybe

Nachhaltiges Wirtschaften wird für Unternehmen immer mehr zum Wettbewerbsfaktor, sagt Matthias Steybe, Group Sustainability Officer bei CHG-MERIDIAN.

Werterhalt ist Klimaschutz:

Wussten Sie schon, dass …

… die durchschnittliche Nutzungszeit für IT-Hardware zwischen zwei und drei Jahren, bei Smartphones sogar darunter liegt? Nur ein Bruchteil der Geräte ist dann bereits am Ende der möglichen Nutzungszeit.

… allein in Deutschland 199,3 Millionen Mobiltelefone ungenutzt, aber gebrauchsfähig in den Schubladen herumliegen? Würden diese nach ihrer Erstnutzung aufbereitet und wiederverwendet, ließen sich nach Berechnungen von Wissenschaftler:innen 14 Kilogramm Primärressourcen und 58 Kilogramm Treibhausgasemissionen pro Smartphone einsparen.

… ein Smartphone in der Herstellung fünf bis zehn Mal so viel CO₂ erzeugt wie in seiner Nutzungszeit? Dazu kommt, dass der Abbau notwendiger Rohstoffe sehr energieintensiv ist.

(Quelle: Umfrage des Digitalverbandes Bitkom im Jahr 2020)

 

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Matthias Steybe

Group Sustainability Officer (GSO)