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Weingarten, 24. März 2026

Studie zum Leasing in der Intralogistik: Full-Service-Flottenmanagement, Automatisierung und Outsourcing senken die Gesamtkosten erheblich

•  Full-Service-Leasing senkt die Gesamtbetriebskosten (TCO) von Flurförderzeugen (FFZs), insbesondere bei optimaler Auslastung

•  Fahrerlose Transportsysteme (FTS) senken die Kosten in diesem Szenario um bis zu 50 Prozent und entlasten den Fachkräftemangel

• Das Outsourcing an 3PL-Dienstleister bringt zusätzliche Flexibilität und Skaleneffekte

Wie lassen sich die Gesamtbetriebskosten (TCO) in der Intralogistik ohne Leistungseinbußen nachhaltig senken? Eine Studie der Technischen Universität München zeigt: Ein professionell geführtes Flottenmanagement mit Full-Service-Leasing, dem Einsatz von fahrerlosen Transportsystemen (FTS) und das Outsourcing an spezialisierte Logistikdienstleister bieten erhebliche wirtschaftliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Kauf- und Betreibermodellen.

Die Analyse konzentriert sich auf die TCO-Bewertung verschiedener Leasingkonzepte für Flurförderzeuge – von Elektrostaplern bis hin zu elektrischen Hochhubwagen – sowie auf einen Vergleich von manuell bedienten Fahrzeugen mit automatisierten Lösungen. Die Ergebnisse liefern praktische Entscheidungskriterien für Unternehmen mit umfangreichen intralogistischen Prozessen.

Full-Service-Leasing: Kostenvorteile durch optimale Nutzungsdauer

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Full-Service-Leasing für intralogistische Fahrzeuge besonders kosteneffizient ist, wenn die Fahrzeuge nach dem optimalen Nutzungszyklus ersetzt werden. Anstatt Flotten über sehr lange Zeiträume zu betreiben und steigende Reparatur- und Ausfallkosten in Kauf zu nehmen, wird die Nutzungsdauer systematisch an den Fahrzeugtyp und das Anwendungsmodell angepasst.

Besonders deutlich wird dies am Beispiel eines Elektro-Gabelstaplers (1,6 t, Zweischichtbetrieb, analysiert über acht Jahre):

Bei einem herkömmlichen Kauf mit einem Service- und Reparaturmodell belaufen sich die Gesamtausgaben über acht Jahre auf rund 151.550 Euro, einschließlich eines kostenintensiven Batteriewechsels im siebten Jahr. Bei einem Full-Service-Leasing mit Fahrzeugaustausch nach vier Jahren sinken die Gesamtkosten auf rund 142.423 Euro.

Dies führt zu Einsparungen von mehr als 9.100 Euro über den gesamten Zeitraum – oder rund 1.140 Euro pro Jahr und Gabelstapler. Zudem profitieren Unternehmen von planbaren Zahlungen, geringeren Ausfallrisiken und einer professionell verwalteten Flotte.

Automatisierung mit FTS: TCO-Reduzierung um bis zu 50 Prozent

Ein weiterer Schwerpunkt der Studie ist der Einsatz von fahrerlosen Transportsystemen (FTS). Im Vergleich zu manuell geführten Fahrzeugen können FTS die Gesamtbetriebskosten deutlich senken – vor allem, weil sie die Arbeitskosten senken und eine effizientere Prozessgestaltung ermöglichen.

Im Szenario (Zweischichtbetrieb, zehn Jahre) wurden manuelle elektrische Hochhubwagen (6 Fahrzeuge) mit einer FTS-Lösung (12 Fahrzeuge) verglichen: Trotz höherer Investitionen (173.719 € gegenüber 20.596 €) und Wartungsausgaben (83.878 € gegenüber 15.054 €) für die FTS führt die massive Senkung der Personalkosten zu Gesamteinsparungen von rund 3,6 Millionen Euro im Betrachtungszeitraum – was in diesem Szenario einer Kostensenkung von etwa 50 Prozent entspricht.

FTS können somit eine effektive Lösung für den Fachkräftemangel sein: Sie automatisieren Standardprozesse, während bestehende Mitarbeiter für produktivere Aufgaben eingesetzt werden können. Die Vorteile der Automatisierung sind besonders in Umgebungen mit Mehrschichtbetrieb und hohem Automatisierungspotenzial, wie beispielsweise in der Industrie oder im Einzelhandel, signifikant.

Outsourcing an 3PL: Größere Flexibilität und Zugang zu Fachwissen

Neben der Fahrzeugflotte untersucht die Studie auch das Outsourcing ganzer Intralogistikprozesse an externe Logistikdienstleister (3PL). Durch Outsourcing können Unternehmen Kosten senken, Risiken teilen und gleichzeitig vom Fachwissen, den Skaleneffekten und der modernsten Technologie der Dienstleister profitieren.

Klare vertragliche Vereinbarungen, transparente Kommunikation und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit sind Voraussetzungen. Trotz eines derzeit schwierigen Marktumfelds, das von finanziellem Druck und einer teilweise schwächeren Auftragslage geprägt ist, bleibt Outsourcing laut der Studie ein Wachstumsbereich, weil es maßgeschneiderte und flexible Dienstleistungspakete ermöglicht.

Komplexe Entscheidungen – klare Leitlinien

Die Studie hebt zudem die Kompetenzen hervor, die Unternehmen benötigen, um Leasing- und Outsourcing-Konzepte fundiert zu bewerten. Neben dem technischen Verständnis für Fahrzeuge und Systeme sind solide Finanz- und Buchhaltungskenntnisse erforderlich, um TCO, Steuern und Bilanzierung korrekt einzuschätzen. Ergänzt wird dies durch logistische Expertise, um Auswirkungen auf Prozesse, Durchlaufzeiten und Servicelevel zu bewerten. Die optimale Nutzungsdauer ist nicht in Stein gemeißelt, sondern hängt vom Zusammenspiel von Fahrzeugtyp, Nutzungsmodell und Kostentrends ab. In vielen Fällen liegen die relevanten Zeiträume zwischen acht und zehn Jahren – mit erheblichen Vorteilen, wenn ein früherer Austausch, beispielsweise nach vier Jahren, im Leasingvertrag vorgesehen ist.

Dirk Matura, Managing Director Industrial Solutions bei CHG-MERIDIAN, fasst die Ergebnisse zusammen: „Unternehmen, die ihre Intralogistik konsequent auf Basis der Gesamtbetriebskosten steuern, verschaffen sich einen echten Wettbewerbsvorteil. Full-Service-Leasing, Automatisierung mit FTS sowie die Zusammenarbeit mit spezialisierten Logistikdienstleistern senken nicht nur die Gesamtkosten, sondern machen Unternehmen auch flexibler, widerstandsfähiger und besser für zukünftiges Wachstum aufgestellt.”

Über die Studie

Diese Studie wurde vom Lehrstuhl für Fördertechnik, Materialfluss und Logistik der TUM School of Engineering and Design durchgeführt und 2024 von Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner veröffentlicht.

Die in dieser Studie zur Berechnung der Gesamtbetriebskosten (TCO) von FFZs und FTS verwendeten Daten basieren unter anderem auf realen Daten, die bei Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen erhoben wurden. Die Daten wurden von der CHG-MERIDIAN Industrial Solutions GmbH in Zusammenarbeit mit den Autoren der Studie erhoben und ausgewertet. Zudem wurden TCO-Berechnungen anderer Anbieter analysiert, um das Berechnungsmodell zu entwickeln. Für bestimmte Parameter, wie beispielsweise Investitionen in FFZs oder deren Betriebskosten, wurden Annahmen hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen und Trends in der Branche getroffen. Diese Annahmen basieren auf einer Analyse von Marktdaten, Erfahrungswerten und Prognosen von Branchenexperten. Die Ergebnisse der TCO-Berechnungen sind daher als realistisch und praxisrelevant anzusehen.

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